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Ich bin ein Mensch, der schon immer auf der Seite des Schwächeren stand und heute noch steht. In der Tierwelt fiel mir dann der Esel auf, der immer als störrisch, bockig und dumm dargestellt wurde. Kein Tier ist von Haus aus dumm! Es hat seinen Instinkt im Gegensatz zum Menschen. So wurde in mir der Wunsch, einen Esel mein eigen zu nennen, immer größer.

Eines Tages wurde einer zum Verkauf angeboten. Es war im Sommer 1984. Ich vereinbarte einen Termin mit dem Verkäufer und wir fuhren mit dem Wohnmobil zu dem vereinbarten Treffpunkt. Bei der Ankunft sahen wir etliche Ponys und Pferde, aber noch keinen Esel. Aber wir stellten fest- alle Ponys waren am Husten! Der Besitzer kam und wir sprachen ihn darauf an, was er uns dann auch bestätigte. Er würde deshalb auch den Esel günstig abgeben. Er holte „Klaus-Dieter“, so hieß er damals, aus dem Stall. Mir gefiel er sofort. Er war rabenschwarz mit weißen Abzeichen. Über die Größen wurde damals noch nicht viel diskutiert, es gab noch keine Organisationen, um dieses in ein Schema zu pressen. Es war eben ein Hausesel.

A ngeblich war er aus einem Kinderheim. Wir wurden uns schnell über den Preis einig und verfrachteten Klaus-Dieter mit Mühe in das Wohnmobil. Eine Stunde musste er dort aushalten und ich versuchte ihm seine Angst soweit es mir möglich war, zu nehmen. Dem armen Kerl lief das Wasser nur so runter – 1.hatte er Angst und 2.war er wohl auch krank. Unterwegs bekam er denn auch gleich einen kürzeren Namen, „Cäsar“. Das Aussteigen zu Hause war einfacher und bei uns stand ein tropfender und zitternder Esel, mein 1.Esel, auf dem Hof. Er wurde erstmals abgetrocknet und auf die Wiese mit Stall gebracht. Danach rief ich den Tierarzt an, der auch noch am gleichen Tag kam. Für Gesellschaft hatten wir auch gesorgt – Cäsar würde zuerst eine Weile mit Max, einem Schafbock zusammen laufen. So war der Esel nicht allein und unser gegenseitiges Kennen lernen  konnte ohne Probleme von statten gehen .Im nach hinein kann ich jedem empfehlen, ruhig mit einem Esel anzufangen, weil man am Anfang mit zweien überfordert ist. Ein Schaf ist als Beistelltier nicht das Optimum, ein Pony wäre geeigneter gewesen. Bei mir war es aber „Max“.

Cäsar wurde gesund und wir lernten uns auf langen Spaziergängen kennen. Reiten lassen wollte er sich nicht (er setzte mich ab), aber das Fahren klappte sehr gut. Ging es bergab und er meinte, es wäre zu schnell, blieb er vor einem Baum stehen. Wir haben etliche Ausflüge in dem nahe gelegenen Wald  gemacht. Nach ca. einem halben Jahr bekam Cäsar eine Stute und Max, unser Schafbock, auch ein Weib. Bei den Schafen würde sich bald Nachwuchs einstellen, aber bei Cäsar und Cleopatra, so hieß die Stute, gab es andere Probleme. “Cleopatra“ kurz „Cleo“ gerufen, wird der Inhalt meiner dritten Erzählung.

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